Fussball Rundschau

--Sonderausgabe--Deutschland ist Weltmeister--

Donnerstag, Mai 31, 2007

Ein Weltmeister für München

Jetzt kommen sie aus dem Schwärmen nicht mehr raus, die Bayernfans. Luca Toni kommt! Ein Weltmeister, Kopfballungeheuer und Schönling. Zugegeben klingen seine Referenzen alles andere als schlecht. Gewinner des goldenen Schuhs in der Vor-WM Saison, WM Star und auch im letzten Jahr bester Torschütze der Fiorentina.

Überall wird von 11 Millionen Euro Ablöse gesprochen. Ein Schnäppchen, so denkt man. Doch schaut man genauer hin so sieht man ein Gehalt, welches das der bisherigen Topverdiener bei Bayern München um Längen übertrumpft. Man sieht eine Vertragslaufzeit, an dessen Ende der Mann 34 Jahre alt sein wird. Ein wirklich fürstliches Angebot der Bayern.

Die spannende Frage wird also sein, ob dieser Mann das viele Geld wert sein wird. Der große Umbruch im Team im nächsten Jahr, plus ein völlig neues Gehaltsgefüge, birgt natürlich riesige Gefahren. Während die Bayern Fans hoffen, dass sich diese Bedenken in Toren am Fließband zerschlagen, träumt die andere Hälfte Fußballdeutschlands schon vom Revival des alten FC Hollywood.

Eins ist gesichert. Sollte Roque Santa Cruz tatsächlich weggehen, würde diese riesige Lücke die er hinterließe nahtlos von Luca Toni geschlossen werden. Die Lücke des schönsten Modells im Fankatalog.

Sollte Toni, neben dem Verursachen von feuchten Höschen in der Damenwelt, auch noch ein paar Tore schießen, wird sich der Wechsel bezahlt machen. Sollte dies nicht der Fall sein wird Fußballdeutschland nächstes Jahr viel Spaß haben. Man darf gespannt sein!

© 2007 Traumtorschuetze

Luca Tonigol:



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Dienstag, Januar 31, 2006

Deutschland ist Weltmeister



Deutschland im Freudentaumel
3:2 Finalsieg gegen Brasilien - Ballack macht den Traum wahr

Berlin + Jaaaaaaaaaa! Michael Ballack schrie seine Freude in den Berliner Nachthimmel als er gestern Abend um 22.13 Uhr den WM Pokal von Bundeskanzlerin Merkel überreicht bekam - 3:2 im Finale gegen Brasilien. Deutschland versinkt in grenzenlosem Jubel.

Der Traum ist in Erfüllung gegangen. Was für ein Finale. Was für ein Sieg. Und was für ein Jubel. Quer durch Deutschland lagen sich gestern Abend wildfremde Menschen mit Freudentränen in ihren Augen in den Armen als Schiedsrichter Manuel González um 21.52 Uhr nach fast acht minütiger Nachspielzeit endlich eine unmenschliche Fussball-Schlacht abpfiff.

Was sich nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen abspielte trotzt jeglicher Beschreibung. Die Fans waren nicht zu halten, stürmten in friedlicher Glückseligkeit den Platz. Michael Ballack, der den Siegtreffer nach Schneider-Ecke geköpft hatte (88.), und damit ein fast schon verlorenes Endspiel endgültig drehte, umarmte jeden auf ihn zustürmenden Fan wie ein Familienmitglied.

Ganz anders der Bundestrainer. Jürgen Klinsmann schien direkt nach dem Abpfiff dem Trubel um seine Person entgehen zu wollen. Während die Spieler sich herzten, ja fast liebkosten, stürmten Jogi Löw und der Bundestrainer in die Kabine. “Die Jungs haben so einen tollen Job gemacht. Jeder einzelne ist an seine Grenzen und darüber hinaus gegangen. Auch der Jogi und ich. Nach dem Schlusspfiff brauchten wir einfach zwei ruhige Minuten um uns zu umarmen und zu weinen”, gestand ein immer noch sichtlich gerührter Jürgen Klinsmann in einer bewegenden Pressekonferenz nach dem Spiel.

Das Trainergespann war es auch das wie im Halbfinale gegen Italien mit ihren Einwechslungen kurz vor Schluss die Wende einleiteten. Deutschland lag schon am Boden nach dem frühen Führungstor durch Ronaldo, als der Jens Lehmann umkurvte und zum 0:1 einschob (3.). Als dann der eingewechselte Robinho nach schulmäßigem Konter die anrennende deutsche Mannschaft mit einem wuchtigen Volley in den Winkel zum 0:2 bestrafte (77.), schien der Traum schon ausgeträumt. Stille im Stadion. Schockzustand vor den Fernsehschirmen.
Doch dann kam der Prinz, Lukas Podolski. Er biss auf die Zähne nachdem er nach dem rüden Foul des Italieners Gattuso im Halbfinale für das Endspiel auszufallen drohte. “Danke an den Doc! Poldi war unsere Geheimwaffe”, so der Bundestrainer später.

Unser Prinz krönte seine herrausragende Turnierleistung als er aus 18 Metern abzog
und der Ball links unten im brasilianischen Gehäuse zum so wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2 einschlug (82.). Genau drei Minuten nach seiner Einwechslung. Deutschland betete. Wieder zwei Minuten später. Poldi stürmt aus halblinker Position in den brasilianischen Strafraum, lässt zwei Verteidiger alt aussehen und wird von Juan gefällt. Elfmeter für Deutschland. Der Prinz ist endgültig der König von Deutschland. Michael Ballack versenkt den Strafstoss routiniert (85.).

Jetzt gab es im Olympiastadion kein halten mehr. Die Fans brüllten unsere Helden nach vorne das das altehrwürdige Rund in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Erst traf der kleine Neuville mit einem schulmäßigem Kopfball nur das Lattenkreuz (87.). Dann lenkte der holländische Torwart einen Schlenzer des starken Schneider an den Pfosten (88.). Doch beim anschließenden Eckball war es soweit. Schneider findet mit seiner Ecke den Kopf von Michael Ballack, der wuchtig einnetzt.

Der Rest ist Jubel. Freudentränen beim Trainergespann, bei den Spielern, bei den Fans. Wir sind Weltmeister! Deutschland dankt seinen Helden.

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Deutschland im Freudentaumel

“Deutschland ist das geilste Land der Welt”
Ganz Deutschland im Weltmeister-Freudentaumel

Deutschland: Als um 21.52 Uhr im Berliner Olympiastadion der Schlusspfiff ertönte, gab es vor den in jeder größeren Stadt aufgestellten Großbildschirmen, in den Wohnzimmerstadien und den Kneipen kein Halten mehr. Quer durch das Land machten die Menschen aus dem Traum die Mega-Party danach.

Berlin: Über eine Million Menschen verfolgten das Endspiel vor einem der vielen in der Stadt aufgestellten Großbildschirmen. Dem Schlusspfiff folgte ein Triumphzug durch Berlin. Tanzend und singend strömten die Fans zum Brandenburger Tor und legten die gesamte Innenstadt lahm. Bis in die frühen Morgenstunden feierten dort 2,5 Millionen Menschen ausgelassen den WM Triumph. Bewegende Szenen spielten sich vor der Quadriga ab, als gegen 0.00 Uhr die Mannschaft eintraf um seinen Fans die Trophäe zu präsentieren. Ein riesiges Feuerwerk erhellte den Himmel als der Kapitän und Wahl-Engländer Michael Ballack zum Mikrofon griff und zusammen mit den Millionen Berlinern skandierte: ”Deutschland ist das geilste Land der Welt...”

Stuttgart: Schon am frühen morgen trommelten und tanzten sich die Italiener für ihr Spiel um Platz 3 gegen England warm. Den ganzen Tag über lieferten sich dann italienische, englische und deutsche Schlachtenbummler in der Stadtmitte Sangesduelle, ohne einen eindeutigen Sieger auszumachen. Gemeinsam verfolgten alle das Finale auf den Großbildschirmen. In friedlicher Eintracht verwandelten die Fans diese Nacht zu einem multikulturellen, kollektiven Fussball-Orgasmus. Hier wie allerorts war die Welt zu Gast bei Freunden.

Gelsenkirchen: 70.000 Fans verfolgten das Endspiel in der Veltins Arena auf dem Videowürfel. Als könnten sie ihre Gesänge bis ins Olympiastadion in Berlin kanalisieren, feuerten die Schlachtenbummler ihr Team an als gäbe es kein Morgen. Nach dem Schlusspfiff gab es auch hier kein Halten mehr. Der Arbeitslose umarmt den Bänker, der ihm am Tag zuvor noch den dringend benötigten Kredit verweigerte. Geschiedene Eheleute wischen sich gegenseitig die Freudentränen aus dem Gesicht und Dortmund- und Schalke Fans tanzen gemeinsam in die Weltmeister-Glückseligkeit. Deutschland vereint in einer siegestrunkenen Nacht großer Gefühle.

Hamburg: Etwa 80 brasilianische Strandschönheiten stürzten sich nach dem Abpfiff in selbstmörderischer Absicht und nur mit einem String bekleidet in die Alster und lösten einen Großeinsatz der Hamburger Freiwilligen Feuerwehr und der Küstenwache aus. Hartnäckig verweigerten sie sich die Hilfe der deutschen Behörden anzunehmen. Erst nach zähen Verhandlungen mit der Polizei und aufmunternden Gesängen der am Ufer zahlreich eingetroffenen deutschen Fussballfans, waren die am Boden zerstörten und mittlerweile sehr erschöpften Schwimmerinnen bereit sich retten zu lassen. “Auf einmal wurde unsere Haut so schrumpelig und bei all den Kameras kann man sich nicht so gehen lassen.”, gestand eine Strandschnickse während sie ihren Lipgloss erneuerte.

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Montag, Januar 30, 2006

Das Interview

“Da ist mir einer abgegangen”
Jürgen Klinsmann über feucht-fröhliche WM-Träume

Berlin: Fussball Rundschau hatte die Gelegenheit nach dem Finale im Mannschaftshotel ein kurzes Gespräch mit dem Bundestrainer zu führen.

FR: Herzlichen Glückwunsch, Herr Klinsmann! Sie haben ganz Deutschland glücklich gemacht. Haben Sie schon verstanden was da vorhin passiert ist?

JK: Noch nicht so ganz. Wir sind jetzt natürlich erst mal unheimlich froh und erleichtert. Das war schon ein ganz enormer Druck der auf dem ganzen Team lastete. Jetzt lassen wir erst mal die Sau raus. Die Reflektion beginnt dann wahrscheinlich erst in einigen Wochen.

FR: Die Frage die Fussball Deutschland am meisten interessiert. Machen Sie weiter? Sie haben die Sprechchöre gehört. Werden Sie dem Wunsch der Fans entsprechen? Auch wenn es, wie Sie sagen, in Kalifornien schöner ist?

JK: Erst mal ein riesiges Kompliment an die Fans! Fantastisch wie die Mannschaft vom Publikum getragen wurde. Die haben gesehen, da ist eine junge und hungrige Truppe die sich voll reinhängt, die was erreichen will. Die Jungs haben jeden Tag des Turniers diese Atmosphäre aufgesaugt. Nur so konnten wir alle miteinander ans Limit gehen...

FR: ...aber machen Sie weiter?

JK: Ist doch keine Frage. Ich habe mit unserem Präsidenten (DFB-Boss Mayer-Vorfelder, d. Red.) vereinbart die Mannschaft nach Kalifornien einzufliegen wenn Länderspiele anstehen. Ich bin davon überzeugt das diese Mannschaft auf Jahre hinaus unschlagbar sein wird.

FR: Das ist doch eine prima Lösung. Wer war für Sie der Spieler des Turniers?

JK: Alle haben gegen Gegner mit enormer Qualität ein tolles Bild für Deutschland abgegeben. Es hat riesigen Spaß gemacht mit den Jungs zu arbeiten. Wie ein Michael Ballack die jungen Spieler geführt hat, wie ein Bernd Schneider seine enorme Qualität in die Waagschale geworfen hat. Wie ein Lukas Podolski, der nach dem Viertelfinale schon völlig platt war sich durchgebissen hat. Alle durch die Bank hatten dieses Ziel verinnerlicht, Weltmeister zu werden. Wie wir uns Stück für Stück an die Weltspitze herangeschlichen haben. Das war ganz enorm.

FR: Jetzt sind Sie Weltmeister. Ist es so wie Sie es sich vorgestellt haben? Sie haben ja zwei Jahre nur für dieses Ziel gelebt.

JK: Jeden Abend vorm Einschlafen hat man sich vorgestellt wie es ist den Cup zu berühren. Da ist mir schon beim Gedanken daran einer abgegangen. In Wirklichkeit war das natürlich noch viel schöner und intensiver und ganz viel enormer noch als 1990. Als mir der Poldi die Champagner Flasche über dem Kopf ausgelehrt hat wusste ich wieder wo ich bin. Das war dann natürlich ganz enorm schön.

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